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Gelber oder Echter Hartriegel, Dirndln, Kornelkirschen (Cornus mas)

 

Weitere Bezeichnungen: Dirlitze, Herlitze. Kornelle Gelber Hartriegel, Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss, Dirndl, Dirndling, Dirndlstrauch, Tierlibaum, Cornel-Baum, Cornel-Kirschen-Baum, Welscher Kirschenbaum, Welsch Kirsen, Kurbeer-Baum, Dierleinbaum, Dörnlein, Dörnleinbaum, Horligen-Baum, Cornelius-Kirschen-Baum, Korneliuskirsche , Cörner-Baum, Körnerbaum, Tierlein-Baum, Thierleinbaum, Thierliebaum, Kirrbeere, Cornell-Kirsche, Corneel-Kirsche, Welsche Kirsche, Horlizge, Horn-Kirsche, Hornbaum, Hornstrauch, Hörnerbaum, Horniß-Beer, Horniße, Hirlitze, Dirlitze, Dierlein, Derlein Dierlin-Kirsche, Corneel-Beere, Corlen, Corneole, Cornelle, Zieserlein, Cornille, Kornelle, Dürrlitze, Erlitze, Krakebeere, Knüten, Ziserle, Zisserle, Beinholz, Terne, Caneelkirsche, Charniboum, Charnilboum, Chuirnil, Churinboum, Churnilboum, Corlebaum, Dattelbaum, Derlenbaum, Diendlbaum, Dientel, Dienkel, Dierling, Dierlitzenbaum, Dintel, Dirheinbaum, Dirlen, Dirndlbeer, Wilde Dirntel, Dirntelbaum, Dörling, Dörnlstrauch, Dorlenstrauch, Dornleinbaum, Dürlein, Dürlizen, Wilder Dürlitzenstrauch, Eperlbaum, Glane, Härtern, Hahnenhoden, Harlsken, Hartbaum, Herlitzenbaum, Herlitzenstrauch, Herlsken, Hermschen, Hermkenbaum, Hernsken, Hersken, Hirlizbaum, Hirlizen, Hirnuss, Hörlitzen, Horlicken, Horlitzen, Horlsken, Horlzkebaum, Hürrlitzgenbaum, Judenkirschbaum, Kanetkirschen, Körlebaum, Körlesbeere, Korbeerbaum, Korle, Korln, Kornelbaum, Kürbeeren , Kürberenbaum, Kürlbaum, Kürlibaum, Kürnbaum, Kürnelbaum, Kurbeerbaum, Kurnelbaum, Tärnebum, Terlingbaum, Thiarlebaum

 

Merkmale

Der Gelbe Hartriegel ist eine sommergrüne, in Mittel- und Südeuropa heimische Strauchart. Da die Dirndl bereits im frühen März blüht und sich damit mit ihren leuchtend gelben Blüten von der restlichen Vegetation abhebt soll er wohl auch Gelber Hartriegel genannt werden und ist somit ein beliebter Strauch, der kultiviert und in Hecken angepflanzt wird. Da er ein Frühblüher ist, stellt er auch eine wichtige Quelle für Bienen im Frühjahr dar.

 

In Mitteleuropa wächst die Kornelkirsche zu einem bis zu 8 Meter hohen Strauch und unter guten Bedingungen fast zu einem Baum heran. Er fällt durch sein intensives Austriebsvermögen des Stockes und der Wurzeln auf. Ein stattliches Exemplar steht im Mostviertel, im Traisental in der Matrktgemeinde Türnitz. Dieser Strauch hat inzwischen ein Alter von über 1.000 Jahren und einen Stammumfang von über 4,6 Metern erreicht – siehe Bild 3. Die relativ schlanken und geraden Langtriebe des Gelben Hartriegels sind kurz behaart und von olivgrüner Farbe. Die Rinde ist gelbichgrau, dünn, rissig, kleinschuppig und blättert ab. Laub- und Blütenknospen haben verschiedene Gestalt: kugelig und gestielt die Blüten, länglich zugespitzt und sitzend die Blattknospen.

 

Die Blätter sind nur sehr schwer von denen des Roten Hartriegels zu unterscheiden. Beide sind 4 bis 10 cm lang, 2,5 bis 4 cm breit, gegenständig, oberseits glänzend mattgrün und unterseits hellgrün. Als sicheres Unterscheidungsmerkmal dient allein die Anordnung der Behaarung: Haarbüschel ("Bärte") finden sich in den Achseln der Blattadern beim Gelben Hartriegel. Auffallend die in allen tiefen Rottönen stattfindende Herbstverfärbung der Laubblätter. Demgegenüber abstehende Einzelhaare auf der gesamten Blattfläche beim Roten Hartriegel.

 

Die im zeitigen Frühjahr - lange vor dem Laubaustrieb - erscheinenden goldgelb leuchtenden Blüten stehen auf 5 mm langen Stielen in 10- bis 25-blütigen kleinen Trugdolden. Die Steinfrüchte sind bei Reife (August bis Oktober) leuchtend rot, bis 12 mm lang und etwa 5 mm breit und von angenehmem süßsäuerlichem Geschmack.

 

Früchte

Die länglichen Früchte, die wie Kirschen Steinfrüchte sind, sind kräftig rot gefärbt. Manchmal werden Früchte schon im August reif, dann schmecken sie noch recht sauer. Normalerweise erfolgt die Fruchtreife erst im Zeitraum von September bis Oktober. Die Früchte haben dann einen mit Sauerkirschen vergleichbaren Geschmack und eignen sich zur Herstellung von Marmelade, Kompott, Gelee, Saft, Likören und Schnäpsen. Nach HOMER galten im antiken Griechenland die Früchte als ein begehrtes Schweinefutter. Auch die Gefährten von ODYSSEUS sollen von der Zauberin KIRKE mit Kornelkirschen gefüttert worden sein (BAUMANN 1993).

 

Besonderes

Der Gelbe Hartriegel hat das härteste Holz aller einheimischen Holzgewächse. Im Querschnitt setzt sich ein tief rotbrauner Kern scharf von einem rötlich-weißen Splint ab. Es ist zäh, lässt sich schwer spalten aber gut polieren und schwindet stark. Die schwere Spaltbarkeit des Holzes war auch schon den Griechen und Römern bekannt, die es daher zur Herstellung von Lanzenschäften verwendeten. Es wird auch gerne von Drechslern verarbeitet. Daneben diente es zur Herstellung von Werkzeugstielen, Radspeichen und Leitersprossen.

 

Ansonsten schenkte man der Verwendung der Früchte mehr Aufmerksamkeit. Neben Marmeladen und Gelee waren auch eingelegte Früchte schon in der Antike bekannt. Da die Früchte wenig Fruchtfleisch aufweisen ist die Herstellung dieser Produkte sehr arbeitsintensiv und teils aus der Mode gekommen. Auch als frühe Bienenweide und Heckenpflanze kommt der Art eine gewisse Bedeutung zu.

 

Mythologie

Im antiken Griechenland galt das Holz der Kornelkirsche als eines der wertvollsten Edelhölzer. Aus ihm wurden Wurfspeere für die Jagd, aber auch Kriegsspeere angefertigt.

 

Der Legende nach soll PRIAMOS' jüngster Sohn POLYDOROS mit einem Speer aus Kornelkirschenholz getötet worden sein.

 

Besonderen Ruhm erlangte die Kornelkirsche bei der Eroberung Trojas. Das Trojanische Pferd wurde nach Überlieferungen von PAUSANIAS angeblich aus dem Holz der Kornelkirsche gefertigt, welches zuvor im heiligen Hain des APOLLON geschlagen geworden war (BAUMANN 1993) Geht man mal davon aus, dass es das Trojanische Pferd gegeben hat, ist es doch fraglich, ob es sich dabei wirklich um das Holz von Cornus mas gehandelt haben kann. Um ein Pferd solchen Ausmaßes zu bauen, bedarf es großer Mengen des in der Gegend raren Holzes. Fraglich ist außerdem, ob die nur selten baumartig wachsende Art genug Stammholz hervorbringen kann, um daraus wirklich solch ein Werk zu errichten. In der W-Türkei ist eine Subspezies der Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana ssp. equi-trojana) beheimatet. Der botanische Artname bedeutet übersetzt "Trojanisches Pferd" und deutet schon an, dass sich auch diese Art darum bewirbt, das Holz für das Trojanische Pferd geliefert zu haben. Sie war zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch wesentlich weiter verbreitet, als heutzutage.

 

Heilwirkung

Nicht nur zur Magenkräftigung, für Bäder und Tees

 

Die Kornel dürfte auch als Heilpflanze eine wichtige Rolle gespielt haben. Tees aus den getrockneten Blättern und Früchten verwendet man zur Linderung von Entzündungen in den Verdauungsorganen und zur Kräftigung des Magens. Häufig wurden aus gesundheitlichen Gründen gedörrte Dirndln mit den Kernen gelutscht. Aber auch die Früchte, soll man laut Paracelsus gegen die rote Ruhr verwendet haben, weshalb sie auch „Ruhrkirschen“ bezeichnet wurden.

 

Ein konzentriertes Fruchtmark bewahrt man auf, um es bei hohem Fieber, Blutsturz, Blutungen oder ruhrartigem Durchfall einzusetzen. Die Früchte kamen auch bei Halsentzündungen, Mandlanschwellungen und bei Problemen mit den Lymphknoten zum Einsatz. Das Fruchtfleisch enthält Invertzucker, ein Gemisch aus Frucht– und Traubenzucker. Es ist reich an Vitamin C und enthält viel Apfel- und Weinsäure. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Herlitze sind Vitamin C und Vitamin B, sowie Kalium, Kalzium und Magnesium. Schon Hildegard von Bingen wusste die Kornelkirsche als medizinisches Heilmittel zu schätzen.

 

Aus der Rinde bereitete man Mittel gegen starke Durchfälle. Ein Rheuma Bad macht man aus abgekochten Teilen der Rinde, Zweige und Blätter. Tee aus den dickeren Blättern schmeckt ein wenig wie schwarz Tee. Sie werden in kleinen Mengen zu anderen Teekräutern beigemischt.

 

Sind Schleimhäute entzündet oder verletzt beschleunigt eine Einnahme von Kornelkirsche die Heilung. Bei Leiden an den Krampfadern wirkt die Herlitze unterstützend. Die Rinde und die Blätter der Kornelkirsche werden auch häufig als Mittel gegen Gicht eingesetzt. Ein Bad in den Teilen des Strauches erzielt eine angenehme und lindernde Wirkung auf den Körper. Bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), das heißt, dass das Klebereiweiß Gluten nicht im Körper verträglich ist, hilft eine Langzeittherapie mit der Kornelkirsche.

 

Täglich sollen mehrere Portionen der Frucht in jedem möglichen Zustand zu sich genommen werden. Ein endgültiger Therapieerfolg ist noch nicht bewiesen. Mit dieser Therapie werden vorwiegend die durch Zöliakie entstehenden Durchfälle behandelt. Die Blätter wirken blutstillend. Aus Kornelkirschen hergestellter Saft wird bei Fastenkuren getrunken und er hilft beim Spülen der Nieren. Bei Inkontinenz wird die Blase gestärkt und der Saft hat eine unterstützende Wirkung auf die männliche Prostata.

 

Gegen Fieber und Kopfschmerzen wird ein Tee oder ein Fruchtsaft, die aus der Rinde des Strauches hergestellt werden, getrunken. Das enthaltene Anthocyan, ein zu den sekundären Pflanzenstoffen zählender Inhaltsstoff, ist nicht nur für die Farbgebung der Früchte verantwortlich. Es wirkt wie die Antioxidantien und schützen daher die Fette in unserem Körper vor dauerhaften Schäden.

 

Innerlich angewendet soll ein aus dem Holz destilliertes Öl gegen Krebs vorbeugen. Eine eindeutige Wirkung ist nicht nachgewiesen. Aber nicht nur in der Heilmedizin wird die Herlitze verwendet. Das Kornelkirschenwasser ist seit jeher in der Herstellung bekannt. Vor allem in Österreich hat die Tradition der Herstellung eine große Bedeutung. Bekannt ist der Obstbrand unter dem Namen Dirndlbrand.

 

Aber nicht nur als alkoholisches Getränk findet die Herlitze Einsatz in der Küche. Frische und auch getrocknete Früchte der Kornelkirsche werden für Suppen und Desserts verwendet. Als Beilagen zu Gerichten mit Lammfleisch oder Reis harmoniert die Kornelkirsche und als Marmelade zubereitet, findet sie heute den größten Absatz.

 

Verwendung /Rezepte

 

Oliven aus Dirndln zubereitet

 

Zutaten: 1 Liter Wasser, 300 g Salz, 350 g nicht ganz reife, hellrote Dirndln.

 

Wasser aufkochen, Salz einrühren und auflösen lassen, saubere Dirndln in die Salzlake legen, das Gefäß mit einem Teller beschweren und abkühlen lassen. An einem kühlen Ort (10 – 15 °C) 4 bis 6 Wochen stehen lassen. Dann wie Oliven verwenden.

 

Kaffezusatz

 

Die hellbraunen gerösteten und gemahlenen Kerne kann man zum Kaffee geben, was ihm einen Vanillegeschmack verleiht. Viktor Lohner (1948) sieht darin das Geheimnis des Wiener Kaffees. Das Pulver geröstete Kerne verwendet man auch direkt als Kaffee, indem man es in heißem Wasser ansetzte und süßte. Da der Kaffee bei uns von den Türken eingeführt wurde und dort die Kornellen ein wichtiges Obst waren, dürfte diese Methode diese Streckung wohl aus der Türkei stammen.

 

 

Dirndllikör

 

Zutaten

 

900 g  Kornelkirschen, entstielt gewogen

150 g  Holunderbeeren, geputzt gewogen

1          Vanilleschote(n), ausgekratzt

1 Stange/n    Zimt, am besten Cassia

3          Gewürznelke(n), mit dem Messerrücken zerquetscht, nicht gemörsert!

1,4 Liter         Kirschwasser

350 g  Zucker, braun

 

Zubereitung

 

Die Kirschen auf einem Tablett nebeneinander ausbreiten und das Fruchtfleisch anstechen. Das geht mit einer relativ spitzen Gabel. Ich nehme dafür einen so genannten Igel aus dem Baumarkt. Das sieht aus wie ein Brettchen mit Nägeln. Damit geht das Kirschenlöchern recht fix. (Das Teil taugt übrigens auch super zum Löchern von Mürbeteig)

 

Das ausgekratzte Vanillemark und die Schote mit allen weiteren Zutaten gut vermischen, und in ein verschließbares Gefäß füllen. Ich nehme dazu große Einkochgläser.

 

Wenn das Gefäß aus durchsichtigem Glas ist, empfiehlt es sich, das Glas mit Packpapier zu umwickeln, da der Likör an einem warmen Ort ziehen soll. Da um die Zeit der Kornelkirschenreife die Heizung nicht in Betrieb ist, bleibt der Platz an der sonnigen Fensterbank. Direkter Lichteinfluss wirkt sich jedoch negativ auf die Likörfarbe und auf die Inhaltsstoffe aus.

 

Nach drei Wochen kann der Likör erst durch ein Sieb, und dann durch einen Tee- oder Kaffeefilter gegossen werden. In Flaschen, gut verschlossen, hält sich der Likör mindestens 6 Monate. Entgegen vieler anderer Liköre, schmeckt der Kornelkirschenlikör hervorragend über Eis.

 

Dirndlsaft/Sirup

Dirndlmarmelade

Dirndlschnaps……. uvm

 

Quellen: Nationalpark Donauauen – Wissen – Homepage; BAUMANN, H. 1993: Die griechische Sagenwelt in Mythos, Kunst und Literatur. – München: Hirmer; Michael Machatschek Nahrhafte Landschaft – Band1; medlexi.de: chefkoch.de

Bild 3 aus Mein Bezirk - Markus Gretzl

Restliche Bilder Copyright by Franz Grolig – der Waldfranz – Waldpädagogik-Grolig